Die Aura des Kaisers: Die besten WM-Looks von Franz Beckenbauer

IMAGO / Sven Simon

Kaum jemand hat bei Weltmeisterschaften so viel gewonnen wie Franz Beckenbauer – und niemand sah dabei so mühelos aus. Eine Reise durch vier Jahrzehnte WM-Looks.

Aura ist ein Wort, das heute schnell vergeben wird. Bei Franz Beckenbauer trifft es zu. Fünf WM-Turniere als Spieler und Teamchef, zwei Titel – und auf fast jedem Foto aus dieser Zeit wirkt er, als hätte er den Ausgang vorher gekannt. Dabei war kaum etwas an seinen Auftritten Inszenierung. Es war Garderobe ihrer Zeit, getragen von jemandem, der sich nie anstrengen musste, gut auszusehen.

Die Spieler-Ära liefert die Anfänge. 1966 in England: ein 20-Jähriger in der blauen DFB-Trainingsjacke, akkurater Scheitel, der Blick schon damals abgeklärt. Mexiko 1970: Cowboyhut und Sonnenbrille, der Weltstar im Urlaubsmodus. Und 1974 das Vermächtnis: das weiße Heimtrikot mit Adler, in dem er als Kapitän in München den Pokal holte. Die jubelnde Faust vor dem Münchner Zeltdach gehört bis heute zu den meistzitierten Bildern des deutschen Fußballs.

Vom Spielfeld an die Seitenlinie: Franz Beckenbauer als Stilfigur

Mit der zweiten Karriere kam eine neue Garderobe. In Mexiko 1986 stand Beckenbauer als Teamchef an der Linie: pastellfarbene adidas-Polos, Karohosen, dazu Momente wie der silberne Anzug am Hotelpool. Es sind Bilder, die heute aussehen wie eine Editorial-Strecke, damals aber schlicht Alltag waren. Italien 1990 dann die Vollendung: der schwarze Anzug an der Seitenlinie, verschränkte Arme. Mehr brauchte es nicht. Es ist der Look, der vom Teamchef bleibt – und der Titel gleich dazu.

Diese Bilder funktionieren bis heute, weil nichts daran gestellt ist: kein Styling, keine Pose. Seine Aura hing nie an der Kleidung – er hätte in allem so ausgesehen. Die WM 2026 ist die erste seit seinem Tod im Januar 2024. Seine Bilder begleiten sie trotzdem.

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Adrian Kühnel
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