Instagram fast leergeräumt, kein Ausrüstervertrag, ein handbemalter Schuh: Michael Olise tut, als wäre ihm alles egal – und macht damit ausgerechnet bei der WM von sich reden.
Coolness lässt sich schwer inszenieren. Bei Michael Olise sieht sie mühelos aus. Beim 3:1 gegen Senegal, seinem ersten Spiel bei einer WM, lief der Franzose in einem Nike Hypervenom Phantom III auf, den es weltweit nur einmal gibt: weiße Grundfarbe, von Hand gemalte Cartoon-Figuren, krakelige Schriftzüge, gelbe Farbkleckse. Am Ende hielt der Offensivspieler des FC Bayern München die Trophäe für den besten Spieler der Partie in den Händen. Der lässigste Typ auf dem Rasen, im auffälligsten Schuh.
Bemalt hat ihn Matt DiGiacomo, in der Szene besser bekannt als Matty Boy, jahrelang Creative Director von Chrome Hearts – dem kalifornischen Label, das mit grobem Silberschmuck in der Bikerszene anfing und heute Kleidung für vierstellige Summen verkauft. Olise trägt die Marke nicht nur, wenn Kameras laufen, sondern auch privat. Sich den Lieblingsschuh ausgerechnet von Matty Boy bemalen zu lassen, ist da nur konsequent.
Warum Olise ohne Ausrüstervertrag einen der auffälligsten Schuhe der WM trägt
Das eigentlich Ungewöhnliche an Olise: Er hat laut der französischen Sportzeitung L’Équipe weiterhin keinen Ausrüstervertrag. Er spielt zwar ausschließlich in Nike-Schuhen, kassiert dafür aber nichts ab, während andere Profis seiner Güteklasse zweistellige Millionenbeträge im Jahr einstreichen. So kann er tragen, was er möchte, und beim Hypervenom Phantom III bleiben – einem Modell von 2017.
Dieselbe lässige Haltung zeigt Olise auf Instagram. Der einzige Beitrag, der dort noch übrig ist, dokumentiert das Senegal-Spiel in einer Bildqualität, die eigentlich längst aus der Zeit gefallen ist – körnig, unscharf, wie aus einem alten Fernseher. Bei Olise wirkt genau das richtig: Wer sowieso macht, was er will, braucht keine saubere Auflösung, um cool zu sein.
Unter einen Post über seinen Auftritt mit den customized Nikes platzierte die Marke mit dem Swoosh höchstselbst ein einziges Wort: „MOtion“. Wofür das MO steht, sollte klar sein. Also kommt der Boot-Deal doch bald?





























































