Erling Haaland macht diese WM zu seiner Show

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Sieben Tore, ein Sieg über Brasilien und daneben Cowboyhüte, Birkin Bags und ein signiertes Trikot für Travis Scott – niemand prägt diese WM so wie Erling Haaland.

East Rutherford, 80.663 Zuschauer. In der 79. Minute köpft Erling Haaland Norwegen nach einer Flanke von Andreas Schjelderup in Führung. In der 90. legt er nach, ein Flachschuss aus 18 Metern, gemessene 126 km/h, platziert ins lange Eck. Brasilien ist raus, Norwegen steht zum ersten Mal in seiner Geschichte im Viertelfinale einer WM. „Das ist das größte Spiel in der norwegischen Fußballgeschichte“, sagt Haaland nach dem Abpfiff. „Normalerweise fehlen mir die Worte nicht, aber diesmal schon.“

Danach passiert, was bei dieser WM nach jedem norwegischen Sieg passiert: Das Team setzt sich vor die Fankurve und rudert. Die Viking Row ist zum Ritual dieses Turniers geworden, diesmal durfte Haaland selbst die Trommel schlagen und den Takt vorgeben.

Erling Haalands erste WM: sieben Tore in vier Einsätzen

28 Jahre hat Norwegen auf diese WM gewartet, die letzte Teilnahme war 1998. Haaland kam mit 16 Toren aus acht Qualifikationsspielen nach Nordamerika, er traf in jedem davon. Bei der Endrunde macht er einfach weiter: sieben Tore in vier Einsätzen, darunter das Siegtor im Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste und der Doppelpack gegen Brasilien.

Dazwischen läuft eine weitere Show, die nur ihm gehört. Schon bei der Anreise stieg Haaland in North Carolina mit einer Hermès HAC Birkin 50 „Endless Road“ aus dem Team-Jet, limitierte Auflage, rund 42.000 Euro. Seine Taschensammlung beschäftigt seit Wochen die Modewelt.

Nach dem Sieg gegen die Elfenbeinküste zog er im Cowboy-Look durch Dallas: Hut, Boots, dazu ein T-Shirt mit der Aufschrift „Y'all can kiss my Dallas“. Der Laden meldete kurz darauf, das Shirt sei fast ausverkauft. Den Trip dokumentierte Haaland selbst in seinem YouTube-Vlog. Nach dem Frankreich-Spiel überreichte er Travis Scott sein signiertes Trikot, Widmung: „To Travis, Best Wishes!“ Wenige Tage später machte ihn der Rapper zu einem der fünf Gesichter seiner Athlete Series. Und zwischen den Spielen schlendert Haaland als Tourist durch New York, nahezu unerkannt, während seine Snapchat-Clips millionenfach geteilt werden.

Viertelfinale gegen England: Norwegens nächster Schritt

Schon vor der Qualifikation sagte Haaland dem Time Magazine, eine WM-Teilnahme Norwegens würde sich anfühlen, „als ob eine große Fußballnation sie gewinnen würde. Es wäre die größte Party überhaupt.“ Diese Party läuft inzwischen seit drei Wochen. Am Samstag geht sie in Miami weiter, im Viertelfinale gegen England. Haaland sagte nach dem Brasilien-Spiel: „Ich hoffe, dass es weitergeht.“ Die beste Zeit seines Lebens soll ja noch nicht vorbei sein.

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Adrian Kühnel
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