Erling Haaland, jetzt auch Chartstürmer

IMAGO / Bildbyran

Ein Rap-Song aus Teenager-Tagen, eine Wette mit Kygo und ein Doppelpack gegen Brasilien: Wie Erling Haaland mitten in der WM auf Platz 1 der norwegischen Spotify-Charts landete.

Kygo hatte ein Versprechen gegeben: Sollte Erling Haaland im Achtelfinale gegen Brasilien treffen, würde er seinen Remix von „Kygo jo“ veröffentlichen, dem Rap-Song, den Haaland 2016 als 15-Jähriger aufgenommen hat.

Haaland traf doppelt, Norwegen warf Brasilien mit 2:1 aus dem Turnier, und Kygo lieferte zwei Tage später: „As promised“, schrieb der DJ zum Release.

Die Vorgeschichte beginnt vor zehn Jahren in Bryne. Haaland, damals Jugendspieler seines Heimatklubs, nahm mit seinen Freunden Erik Botheim und Erik Tobias Sandberg unter dem Namen Flow Kingz einen Song auf, als Beat diente eine freie Produktion im Stil von Kygo, dem damals größten Popexport Norwegens.

Der Titel „Kygo jo“ war eine augenzwinkernde Verbeugung vor dem DJ. Haaland übernahm den Refrain und erklärte den Ausflug in die Musik später trocken: „Uns war etwas langweilig, also haben wir beschlossen, einen Rap-Song zu machen.“ Das Video zählt inzwischen 21 Millionen Aufrufe auf YouTube.

Haaland und Kygo: Ein Teenager-Witz wird zur WM-Hymne

Der Song lag zehn Jahre lang im Netz herum, dann machte Kygo daraus wieder etwas: Er verpackte sein Versprechen in ein Instagram-Reel, gepostet kurz vor dem Anpfiff gegen Brasilien, und Haaland brauchte für seine Antwort nur wenige Stunden: „Release it ASAP.“

Der Stürmer hielt seinen Teil der Abmachung auf dem Platz, Kygo zog nach und veröffentlichte den Track offiziell als „Kygo jo (feat. Lyng) [Kygo Remix]“. Lyng, das ist Haalands Rap-Pseudonym von damals.

Der Remix kletterte auf Platz 1 der norwegischen Spotify-Charts, und der Mann am Mikrofon meldete sich auf X: „Does this mean I'm officially an artist now?“ Auch seine damaligen Bandkollegen sind Profis geworden: Botheim spielt bei Malmö FF, Sandberg beim isländischen Klub ÍA.

Norwegen im Viertelfinale: Am Samstag gegen England

Der Remix ist zum Soundtrack einer historischen WM 2026 geworden, Norwegen steht bei seiner ersten Weltmeisterschaft seit 1998 im Viertelfinale.

Am Samstag geht es in Miami gegen England, und in Norwegen steht noch ein zweiter Song hoch im Kurs: „Never Going Home“ von Kungs, kürzlich von Haaland in einem Instagram-Beitrag verwendet, findet fünf Jahre nach seinem Release ebenfalls wieder Anklang. Kein Wunder: Nach Hause will von den Norwegern gerade wirklich niemand.

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Adrian Kühnel
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