Der Trainer mit dem härtesten Drip bei der WM

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Retrobrille, Silberhaar und eine Antwort auf James Corden, die um die Welt ging: Murat Yakin führt die Schweiz durch ihre beste WM seit Jahrzehnten und wird nebenbei zur Stilikone des Turniers.

Beim Achtelfinale zwischen der Schweiz und Kolumbien hatte ein Teil der Welt Mühe, dem Ball zu folgen. Der Grund stand an der Seitenlinie: Murat Yakin, 51, Nationaltrainer der Schweiz. Während seine Mannschaft sich ins Elfmeterschießen kämpfte, feierten Social-Media-Nutzer aus aller Welt den Mann im Anzug, mit weißem T-Shirt, weißen Sneakers, grauen, zurückgekämmten Haaren und einer Retrobrille, die längst Kultstatus hat.

Die Vergleiche überschlugen sich. Das Netz sieht in Yakin den dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen, die kolumbianische Zeitung El Colombiano fragte ernsthaft, ob die beiden Brüder seien. Die New York Times fühlte sich schon bei der EM 2024 an Adam Driver in der Rolle des Maurizio Gucci erinnert. Damals reagierte Yakin auf die Komplimente-Flut trocken: „Ich bin glücklich verheiratet und habe zwei Kinder. Da gibt es nichts zu holen.“

Murat Yakin und der Bond-Moment dieser WM

Bei dieser WM ging der Hype in die nächste Runde, und sie führte ins US-Fernsehen. James Corden erklärte in seiner Show „Fox After Hours“, Yakin erinnere ihn an einen Bond-Bösewicht. Die Antwort kam prompt: Noch vor Start der nächsten Show erreichte Fox Sports eine E-Mail des Schweizerischen Fussballverbands, mit einem Video im Anhang. „Ich verspreche: Das ist komplett echt!“, versicherte Corden seinem Publikum, bevor er es zeigte. Zu sehen ist Yakin in einem Ledersessel, düster ausgeleuchtet, mit Spannungsmusik unterlegt.

„Wir Schweizer sind keine Bösewichte. Wir sind präzise wie eine Schweizer Uhr“, sagt Yakin darin und erklärt, seine einzige böse Absicht sei es, bei dieser WM andere Nationalteams zu bezwingen. Dann zieht er die Brille herunter und zwinkert in die Kamera. Das Studio jubelte, der Moderator konnte sein Glück kaum fassen.

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Die Brille, die dabei die Hauptrolle spielt, ist ein eigenes Phänomen. Das Modell „Reyes“ des Schweizer Labels Götti, spanisch für „Könige“, wird per 3D-Druck in Wädenswil gefertigt. Seit WM-Beginn meldet die Marke einen Bestell-Boom und wirbt auf ihrer Website inzwischen selbst mit dem Nati-Trainer. Auch eine Uhrenmarke hat Yakin längst für sich entdeckt: Seit vergangenem Jahr ist er Markenbotschafter von Cyrus Watch.

Murat Yakin: Vom Oviesse-Model zum Gesicht der WM

Neu ist das alles übrigens nicht. Schon Anfang der 2000er, als aktiver Nationalspieler, stand Yakin für die italienische Modekette Oviesse als Model vor der Kamera. Im Interview von damals empfahl er Männern, sich modisch von ihren Frauen beraten zu lassen.

Sportlich hat der Stil-Hype ein solides Fundament: Yakin führte die Schweiz erstmals seit 1954 in ein WM-Viertelfinale. In der Nacht auf Sonntag wartet dort Titelverteidiger Argentinien. Messi gegen den Mann mit der Brille.

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Adrian Kühnel
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