Elf Jahre nach seinem letzten Profispiel schließt sich Ronaldinho mit 46 dem italienischen Drittligisten Ravenna FC an. Doch was steckt eigentlich genau hinter diesem Deal?
Es gibt Fußballer, deren Highlight-Videos auch Jahre nach dem Karriereende noch millionenfach geklickt werden. Ronaldinho führt diese Kategorie an: No-Look-Pässe, Übersteiger im Vollsprint, dazu dieses lässige Grinsen. Sein Spielstil war die Definition von Joga Bonito.
Jetzt, mit 46 Jahren und elf Jahre nach seinem letzten Profispiel, kehrt genau dieser Spieler zurück in den Profifußball. Ronaldinho schließt sich dem italienischen Drittligisten Ravenna FC an, und dieser Transfer hat mehr Ebenen, als die Rückennummer allein vermuten lässt.
Ronaldinhos Comeback bei Ravenna: Die Fakten zum Transfer
Angekündigt wurde die Verpflichtung bereits im Juni, bemerkenswerterweise nicht in Italien, sondern bei einer Veranstaltung in Miami. Am 20. August landete Ronaldinho dann per Privatjet am Flughafen von Forlì, gab Autogramme und wurde bei der Mannschaftspräsentation vor tausenden Fans als letzter Spieler auf die Bühne gebeten, mit der Rückennummer 10, offiziell als Spieler für die Serie C registriert.

Sein letztes Profispiel bestritt Ronaldinho 2015 für Fluminense, 2018 verkündete sein Bruder öffentlich das offizielle Karriereende. Ob und wann es tatsächlich zu einem Einsatz kommt, ist offen. Erklärtes Ziel laut Klub: Ronaldinho will sein letztes Tor als Profi im Trikot von Ravenna erzielen. „Lasst die Magie beginnen“, ließ er dazu wissen.
Anteilseigner, Investor, Markenbotschafter: Die Business-Seite des Deals
Hinter dem Transfer steht Klubpräsident Ignazio Cipriani, gebürtiger Ravenner, Hotelunternehmer, seit über 20 Jahren in den USA lebend. Laut Klub ist Ronaldinho seit seiner Jugend einer seiner großen Fußball-Helden. Der Verein selbst spricht von „weit mehr als einer symbolischen Verpflichtung“.
Tatsächlich geht Ronaldinhos Rolle über die eines Spielers hinaus: Er soll Anteilseigner werden, in den Verein investieren und als Markenbotschafter die internationale Entwicklung des Serie-C-Klubs vorantreiben. Parallel arbeitet er am Aufbau seiner eigenen Sportmarke R10, das Vorbild Michael Jordan lässt grüßen. Vermarktet wird der Neuzugang bereits: Sein Trikot mit der Nummer 10 ist im Onlineshop des Klubs erhältlich.
Ronaldinho-Comeback: Marketing-Move oder Traum?
Man kann diesen Transfer nüchtern lesen: Ein Drittligist kauft sich mit einem großen Namen weltweite Aufmerksamkeit, Ronaldinho selbst investiert in einen Verein, an dessen Erfolg er als Anteilseigner künftig mitverdient. Rein geschäftlich betrachtet profitieren beide Seiten, romantisch ist daran zunächst wenig.
Und trotzdem: Wenn einer der größten Künstler dieses Sports mit 46 noch einmal aufläuft, um sich ein letztes Tor zu schenken, bleibt davon mehr als nur ein cleverer Deal. Und ganz ehrlich, wir würden dieses Tor gerne sehen.







































































































































