Eine historische Stadionuhr liefert die Vorlage für das neue Trikot der Young Boys. Dahinter steckt das Münchner Designstudio Bureau Borsche, das für den Schweizer Klub schon die Aare und Berns berühmte Figurenbrunnen auf Trikots gebracht hat.
Vor dem Wankdorfstadion in Bern steht ein Stück des alten Wankdorfs: die legendäre Stadionuhr. Sie gehörte einst zum Stadion, in dem Deutschland 1954 Weltmeister wurde. Als das alte Wankdorf 2001 abgerissen wurde, blieb die Uhr erhalten. Heute steht sie auf dem Quartierplatz direkt vor dem Stadion.
Jetzt wird die Wankdorf-Uhr zum Motiv auf Young Boys' neuem Third Kit für die Saison 2026/27. Das Zifferblatt zieht sich als dunkelblaues Ton-in-Ton-Muster über das Jersey. Am Saum ist die Uhr zusätzlich als eigene Grafik zu sehen. Goldene Ärmel, hellblaue Details, ein historisches YB-Wappen und der klassische Nike-Swoosh ergänzen das Design. Auf der Rückseite steht „Wankdorf“.

Entstanden ist das Trikot gemeinsam mit Bureau Borsche. Das Münchner Designstudio arbeitet seit mehreren Spielzeiten mit den Young Boys und findet seine Vorlagen dabei immer wieder in Bern.
Hinter den YB-Trikots steckt Bureau Borsche aus München
Bureau Borsche wurde 2007 vom Grafikdesigner Mirko Borsche in München gegründet. Das Studio gestaltet, wie Marken, Magazine und Kulturinstitutionen nach außen auftreten – vom Logo über Publikationen bis zu Kampagnen und Modeprojekten. Zu den Kundenreferenzen von Bureau Borsche zählen Brands wie unter anderem Supreme, Balenciaga, Birkenstock, ON und Rimowa.
Im Fußball ist das Studio längst aktiv. Für Inter Mailand entwickelte Bureau Borsche 2021 die neue visuelle Identität des Klubs. Bei Venezia FC und Athens Kallithea arbeitete das Studio ebenfalls am Erscheinungsbild und entwarf über mehrere Spielzeiten hinweg Trikots.
Die ersten öffentlichen Arbeiten von Bureau Borsche für die Young Boys lassen sich auf die Saison 2024/25 zurückdatieren. Damals entstand ein drittes Trikot, dessen Vorlage durch Bern fließt: die Aare.
Die blau-grüne Grundfarbe und eine Tie-Dye-Optik griffen das bewegte Wasser auf. Changierende Nike-, YB- und Sponsorenlogos sollten die Lichtreflexionen auf der Aare wiedergeben. Das Trikot war auf 1.898 Exemplare limitiert, eine Anspielung auf YBs Gründungsjahr 1898.
Beim Warm-up-Jersey derselben Saison griff Bureau Borsche die Stadt erneut auf. Laut YB war dessen Gestaltung von der Berner Altstadt inspiriert.
Von der Aare bis zur Wankdorf-Uhr: Wie Bern auf den YB-Trikots landet
Ein Jahr nach dem Aare-Trikot führte die nächste Vorlage in die Berner Altstadt. Für das dritte Trikot 2025/26 nahm Bureau Borsche die elf historischen Figurenbrunnen der Stadt als Ausgangspunkt.
Die apricotfarbene Grundfläche orientierte sich am Kalkstein der historischen Steinbrunnen, rote und goldene Akzente an den Gewändern und Rüstungen ihrer Figuren. Für den Nacken entstand ein eigenes Zeichen, das alle elf Brunnen zusammenfasst. Bei den Männern wurde das Jersey als drittes Trikot eingesetzt, die YB-Frauen trugen es als Auswärtstrikot.

2026/27 setzt sich die Zusammenarbeit fort. Das grau gestreifte Auswärtstrikot mit gelben Details entstand ebenfalls mit Bureau Borsche. Die Kampagne mit YB-Legende Guillaume Hoarau wurde im Innenhof des Capitol Hauses in der Berner Altstadt fotografiert.
Bei den dritten Trikots lässt sich inzwischen eine klare Reihe erkennen. Drei Spielzeiten hintereinander hat Bureau Borsche ein konkretes Motiv aus Bern aufgegriffen: 2024 die Aare, 2025 die Figurenbrunnen, 2026 die Wankdorf-Uhr.
Für das jüngste dieser Trikots liegt die Vorlage direkt vor der eigenen Haustür: auf dem Quartierplatz vor dem Wankdorf.






































































































































