Der Klub, der seine neuen Trikots mit einem analogen Kurzfilm präsentiert

Athens Kallithea FC

Zwei Tänzer, Flutlicht, eine Ballade von 1963: Athens Kallithea präsentiert seine ersten neuen Trikots seit zwei Spielzeiten mit dem Kurzfilm „Apopse“. Hinter der Inszenierung steckt eine Haltung.

Ein Zweitligist aus Athen veröffentlicht einen auf 16mm gedrehten Kurzfilm: Ein Tanz-Duo bewegt sich unter Flutlicht über den Rasen, dazu läuft eine griechische Ballade aus dem Jahr 1963. So stellt Athens Kallithea seine neuen Trikots vor, die ersten seit zwei Spielzeiten.

Apopse: Der Kurzfilm zu den neuen Trikots von Athens Kallithea

Der Film trägt den Titel „Apopse“, zu Deutsch „heute Nacht“, und entstand im heimischen Stadion El Paso. Vor der Kamera: die an der Griechischen Nationaloper ausgebildete Tänzerin Katerina Mageraki und Schauspieler Konstantinos Georgalis. Die Musik stammt von Komponist Mimis Plessas, gesungen von Tzeni Vanou, ein Stück von 1963, das dem Film seinen Namen gibt.

Die Idee entstand aus einer geplanten Partnerschaft mit der Griechischen Nationaloper, die ihren Sitz im Athener Stadtteil Kallithea hat. Als sich das gemeinsame Projekt verschob, hielt der Klub an der Tanz-Idee fest. Fußball kommt in dem Film kaum vor, und trotzdem erzählt er von dem, was den Sport ausmacht: Bewegung, Ausdruck, Rhythmus.

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Die Trikots selbst bleiben dem reduzierten Stil des Klubs treu. Die Jerseys für 2026/27 tragen dezente Details zum 60. Klub-Jubiläum, auf der Brust steht mit dem EMST wieder Athens Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst. Entworfen wurden sie erneut vom Münchner Designstudio Bureau Borsche, gemeinsam mit Ausrüster Kappa, die kreative Leitung der Kampagne lag bei Ted Philipakos, der beim Klub Präsident und Creative Director in Personalunion ist.

Warum Athens Kallithea in der vergangenen Saison keine Trikots veröffentlichte

Dass es überhaupt neue Trikots gibt, ist bei diesem Klub eine Nachricht. Die vergangene Saison setzte Kallithea im Trikot-Zyklus bewusst aus und verlängerte stattdessen die Lebensdauer der bestehenden Kollektion. Der Klub verwies dabei auf die Überproduktion der Branche und den eigenen Anspruch, langlebige Stücke zu schaffen.

Ein großes Umdenken habe die Pause allerdings nicht ausgelöst, sagt Philipakos im Gespräch mit SoccerBible. Der Klub folge schlicht keinem festen Trikot-Zyklus, neue Jerseys erscheinen, wenn es passt, „just going with the flow".

Genau diese Mischung macht Kallithea seit Jahren zu einem Sonderfall im europäischen Fußball: ein Museum als Brustsponsor, ein renommiertes Designstudio als fester Partner, Trikot-Kampagnen, die eher an Editorials erinnern als an Sportmarketing. Die neuen Jerseys, präsentiert mit einem Tanzfilm statt eines bloßen Ankündigungs-Posts, führen diese Linie konsequent weiter.

Erhältlich sind Heim- und Auswärtstrikot exklusiv im Onlineshop des Klubs, ab September werden sie zusätzlich im Museumsshop des EMST verkauft.

Über den Autor
Adrian Kühnel
Gründer und Herausgeber
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