Der FC Bayern läuft bei den Testspielen seiner Asien-Tour in Jeju und Hongkong mit Sonderflocks auf, gestaltet von zwei lokalen Künstlern. Was es damit auf sich hat.
Sonderflocks für Sommertouren sind normalerweise schnelle Marketing-Ware: Spielernamen in lokalen Schriftzeichen, fertig. Der FC Bayern zeigt auf seiner Asien-Reise gerade, wie viel mehr in dem Format steckt.
Für die beiden Testspiele auf Jeju und in Hongkong haben zwei lokale Künstler exklusive Sonderflocks gestaltet, entwickelt in Zusammenarbeit mit HYPEBEAST und adidas, und beide sind kleine Lehrstücke darin, wie man eine Kultur ernst nimmt, statt sie zu zitieren.
Gime statt Korea-Klischees: Der Sonderflock des FC Bayern für Jeju
Für das Spiel auf Jeju entschied sich die koreanische Künstlerin Dohee Kwon bewusst gegen die gängigen Korea-Motive. „Ich wollte etwas zeigen, das wirklich nur Jeju gehört“, sagt sie. Ihre Wahl fiel auf „Gime“, ein traditionelles Papierhandwerk, das ausschließlich auf der Insel existiert und eng mit schamanistischen Ritualen verbunden ist.
Auf dieser Grundlage entwarf Kwon eine ruhige Bildwelt mit Sonnen- und Mondmotiven und grafischen Formen, die an die filigranen Papier-Cut-Outs der Tradition erinnern. „Sobald klar war, dass ich mit Gime arbeite, floss der Rest des Designs ganz natürlich“, erzählt sie. Gime steht auf Jeju für Wünsche nach Glück, Gesundheit und den Schutz der Ahnen, eine Bedeutung, die Kwon direkt auf das Team überträgt: „Über das Design kann ich meine eigenen Wünsche für die Bayern-Spieler ausdrücken.“
Tierkreis und Amulette: Der Sonderflock des FC Bayern für Hongkong
Auch Kristopher HO, der den Sonderflock für das Spiel im Kai Tak Stadion in Hongkong gestaltete, verzichtete auf das Naheliegende, keine Wahrzeichen, keine Neonreklame. „Ich wollte Elemente vermeiden, die bereits stark ausgeschöpft sind, und stattdessen etwas Neues auf den Tisch bringen – etwas sehr Lokales, das oft übersehen wird“, sagt der Künstler aus Hongkong.
Photo Gallery Block
Seine Inspiration: traditionelle Glücksbringer und Amulette. Der Flock zeigt flächige Darstellungen mit reichhaltigen Details, darunter die zwölf Tiere des chinesischen Tierkreises und mythische Himmelswesen wie Drachen und Phönixe, Symbole für Glück und Wohlstand. „Ich wünsche mir, dass das Trikot für die Spieler zu einem Glücksbringer wird, der ihnen hilft, sich voll mit ihrer Umgebung zu verbinden“, sagt HO.
Was beide Arbeiten verbindet: der Anspruch, lokale Kultur nicht als Kulisse zu benutzen, sondern ihr ein eigenes Podium zu geben, auf den Trikots eines der größten Fußballklubs der Welt. Erhältlich sind die Sonderflocks übrigens nur vor Ort, in den Popup-Stores auf Jeju sowie in den FanTown und Popup-Stores in Greater China.








































































































































