Im Jahr seines 100. Geburtstags haben Inter und AC Mailand den Nachfolger des San Siro vorgestellt. Der Entwurf stammt von zwei Architekturbüros, die bereits am Londoner Wembley-Stadion zusammengearbeitet haben.
Ausgerechnet Inter gewann am 19. September 1926 das erste Spiel im San Siro mit 6:3 gegen den AC Mailand. Dabei hatte der AC Mailand das Stadion auf Initiative seines damaligen Präsidenten Piero Pirelli bauen lassen. Inter zog erst 1947 ein, seitdem spielen beide Vereine dort.
Im Jubiläumsjahr, am 29. Oktober 2026, präsentierten Inter und der AC Mailand im Castello Sforzesco den Nachfolger: das Generali Stadium, das rund 71.500 Zuschauern Platz bieten soll.


Rund um das Stadion sollen auf 281.000 Quadratmetern öffentliche Plätze, Grünflächen, Geschäfte und Freizeitangebote entstehen. Die Bauarbeiten sollen 2028 beginnen, das erste Spiel ist für die Saison 2031/32 vorgesehen, sofern bis dahin alle Genehmigungen vorliegen.
Generali Stadium: Steile Kurven und ein Dach mit Solarmodulen
Entworfen haben das Stadion die Architekturbüros Foster + Partners und MANICA. Norman Foster und David Manica arbeiteten bereits beim Neubau des Londoner Wembley-Stadions zusammen. Auffälligstes Element ihres Entwurfs ist eine X-förmige Betonkonstruktion, die sich über die Fassade bis zum Dach zieht. Nach Angaben der Vereine nimmt ihr Rhythmus Bezug auf die italienische Ingenieurskunst und das Handwerk des Mailänder Doms.


Die Tribünen verteilen sich auf zwei umlaufende Ränge. In den beiden Fankurven steigen sie als zusammenhängende Blöcke mit einer Neigung von bis zu 37 Grad an. Darüber spannt sich ein doppelt geschwungenes Dach, das Solarmodule tragen und die Akustik im Stadion verbessern soll.
Generali sichert sich Namensrechte für das neue Stadion
Der Versicherungskonzern Generali gibt dem Stadion vom ersten Tag an seinen Namen und wird zugleich offizieller Versicherungspartner beider Vereine. Inter und der AC Mailand sprechen von einer der größten Namensrechtsvereinbarungen im Weltsport, nennen aber weder Summe noch Laufzeit. Nach Informationen von Il Sole 24 Ore zahlt Generali rund 650 Millionen Euro über 25 Jahre.
Was vom San Siro erhalten bleiben soll
Nach der geplanten Eröffnung des Neubaus soll das bisherige San Siro größtenteils abgerissen werden. Den aktuellen Plänen der Vereine zufolge fallen das Dach, der erste Ring und der Großteil der Tribünen. Erhalten bleiben sollen Turm 11, einer der elf Rundtürme, die zur WM 1990 für den dritten Ring entstanden, und ein Teil der Spiralrampen des 1955 eröffneten zweiten Rings. Dort ist ein Museum geplant.


Am Rande der Präsentation, die nicht öffentlich war, stimmten Ultras von Inter einige Minuten lang Gesänge an: Ihr Stadion solle niemand anrühren. Kritik kam auch aus der Mailänder Lokalpolitik. Mehrere Kommunalpolitiker warfen den Vereinen vor, das Projekt vorzustellen, bevor die Strategische Umweltprüfung abgeschlossen ist. Läuft dennoch alles nach Plan, verlässt der AC Mailand das San Siro nach 105 Jahren, Inter nach 84.





































